Cannabis gegen Long-COVID?

In den letzten Tagen sorgte die Meldung für große mediale Beachtung, dass in einer Studie aus Oregon nachgewiesen werden konnte, wie Inhaltsstoffe der Hanfpflanze gegen eine Infektion mit Sars-CoV-2 schützen können. Selbst nach einer Erkrankung sollen Cannabigerol- und Cannabidiolsäure effektiv gegen die Symptome wirken.

So wundert es nicht, dass dieser medizinische Nutzen noch weiter im Interesse der Forschung steht und andere Einsatzgebiete erforscht werden wollen. Eine Firma aus Australien hat nun die Erlaubnis erhalten, die Wirkung von Cannabis bei einer durch das Coronavirus hervorgerufenen Long-COVID-Erkrankung zu untersuchen.

Klinische Studie mit MediCabilis 5 %

Das medizinische Cannabis-Unternehmen Bod Australia hat bekannt gegeben, dass man die Genehmigung zur Durchführung einer klinischen Studie in England von der britischen Regulierungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (Medicines & Healthcare Products Regulatory Agency) erhalten habe, um die Fähigkeiten des eigenen CBD-Produktes MediCabilis 5 % gegen eine Long-COVID-Erkrankung zu erforschen. Dies wurde nach einer endgültigen Ausarbeitung des Protokolls sowie der ethischen Genehmigung möglich, sodass Bod sofort mit der Rekrutierung der Teilnehmer beginnen kann.

Im Vereinten Königreich leiden bereits über 1,3 Millionen ehemals mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Personen an den Langzeitfolgen der Erkrankung. 30 Menschen, bei denen die Symptome der Infektion länger als acht Wochen andauern, sollen bei der Untersuchung über einen Zeitraum von sechs Monaten täglich eine Dosis des pharmazeutischen Cannabisextraktes erhalten. So möchte Bod Australia untersuchen, inwieweit sich das Mittel als kommerzielle Arznei gegen die Krankheit eignet, für die bislang keine speziellen Behandlungsoptionen existieren. Sollten sich nach der Durchführung der Untersuchung sichtbare Erfolge mit den eingeholten Daten aufzeigen lassen, plant man einen Verkauf im Vereinten Königreich und anderen Ländern dieser Erde.

Einer von 40 Menschen leidet länger

Das australische Unternehmen für medizinisches Cannabis spricht davon, dass ein Erfolg der anstehenden Forschung eine große Marktchance eröffnen würde, da das britische Amt für nationale Statistiken schätzt, dass derzeit 1,3 Millionen Menschen alleine im Vereinigten Königreich an der Krankheit leiden. Etwa einer von 40 Menschen, der mit COVID-19 infiziert war, hat weiterhin Symptome, die mindestens drei Monate andauern. Dazu zählten Kurzatmigkeit, Müdigkeit, sich verschlimmernde Beschwerden im Brustbereich, Konzentrationsschwäche, chronische Schmerzen, Angstzustände und Schlaflosigkeit. Möglicherweise lassen sich viele dieser Symptome mit Arzneimitteln auf Cannabisbasis behandeln, was eine große Chance für die Patienten aber auch selbstverständlich für das Unternehmen Bod darstellen würde.

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CBD bei Covid-19

Man gehe davon aus, dass diese klinische Studie einen großen Einblick in das Potenzial des Medikaments zur Behandlung von Long-COVID gewähren wird und dass dadurch neue Beweise für den Einsatz von Medikamenten auf Cannabisbasis – anstelle anderer Arzneimittel – gefunden werden können. Bod werde die gewonnenen Daten nutzen, um ein verbessertes Verständnis zu erlangen, ob das medizinische Cannabisextrakt eine potenzielle Behandlungsoption darstellt, das anschließend dementsprechend vermarktet werden könne. So möchte das Unternehmen natürlich auch eine Umsatzsteigerung ermöglichen.

Jo Patterson, die Vorstandsvorsitzende von Bod, zeigte sich im Vorfeld bereits zuversichtlich, dass MediCabilis 5 % eine Lösung für die Erkrankung bieten könnte, da es bereits zur Linderung einer Reihe von Beschwerden eingesetzt werde, die bei Menschen mit Long-COVID auftreten würden. „Es gibt zwar noch keine Behandlungsmöglichkeiten für Long-COVID, aber unsere medizinischen Cannabisprodukte wurden bereits zur Behandlung und Linderung einer Reihe ähnlicher Erkrankungen eingesetzt“, so Patterson.

CBD bei Covid-19 eine Alternative

Gras-Schwestern über moderne Forschung erfreut

Die Nonnen des Ordens „Sisters of the Valley“ – die ihren Sitz im nordkalifornischen Merced County haben und sich vollends auf die medizinischen Einsatzfähigkeiten von Marihuana konzentrieren – zeigten sich schon über die kürzlichen eingeholten Forschungsergebnisse bezüglich der Behandlung von Corona-Infektionen mit Cannabis höchst erfreut. Schwester Kate äußerte sich schriftlich gegenüber der Zeitung The Sun dahingehend, dass die Wissenschaft wohl nun endlich Erkenntnisse alter Weisheiten aufgeholt habe.

Es sei ein großartiger Fortschritt, wenn die Forschung nun ausspreche, dass man tatsächlich festgestellt hätte, dass es in Hanf Verbindungen gebe, die Infektionen verhindern könnten. So könne man jetzt wesentlich einfacher mit der Erforschung der richtigen Dosierungsmengen beginnen. „Das ist ein Fortschritt“, fügte sie ihrem Statement hinzu. „Es scheint, als hätte COVID dazu beigetragen, die Debatte zu beenden.“

Quellen und weiterführende Links

businessnewsaustralia.com

the-sun.com

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